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Selbst gehostete Google Reader Alternativen

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Google hat gestern angekündigt, dass der Google Reader zum 1. Juli abgeschaltet werden soll. Das finde ich sehr schade, bisher war dieser Dienst einer der wenigen, die ich auch dauerhaft weiter bei Google belassen hätte. Während mein mittelfristiger Plan vorsieht, die meisten der jetzt genutzten Google Dienste wie GMail, GTasks, die Kontakte und noch ein paar weitere auf ein selbst gehostetes System umzuziehen, war das beim Google Reader eigentlich erst langfristig geplant. Nun bin ich aber alarmiert und mache mir entsprechende Gedanken. Deswegen habe ich mal angefangen eine Übersicht von RSS Readern zu erstellen, die man auf eigenem Webspace oder einem eigenen Server nutzen kann. Bisher habe ich noch keines dieser Angebote getestet, das wird sich aber mit Sicherheit in den nächsten Wochen ändern. Meine Anforderungen sind:

Weniger Wert lege ich auf:

Dann schauen wir mal, was ich bisher finden konnte:

Tiny Tiny Rss

2013-03-14-tiny-tiny-rssTiny Tiny RSS ist eine OpenSource Lösung, die auf SimplePie aufsetzt. Tiny Tiny TSS unterstützt mehrere User, hat eine Android-App, die nach der Beschreibung auch Offline-Caching kann und braucht an installierten Voraussetzungen lediglich ein klassisches LAMP-System. Anstelle von Apache kann auch ein Lighttpd benutzt werden, was in Verbindung mit kleineren Maschinen wie etwa einem Raspberry Pi ein angenehmes Feature sein dürfte. Das Projekt scheint sehr aktiv zu sein, auch die Android-App wird aktiv weiterentwickelt.

Pro:

Kontra:

Fazit: Tiny Tiny RSS ist mein momentaner Favorit. Werde ich definitiv ausprobieren. Leider ist die Website momentan chronisch überlastet oder gar nicht erst erreichbar.

Fever

2013-03-14-feverFever ist eine kommerzielle Software für eigene Server und eigenes Hosting. Der Preis beträgt moderate 30$ pro Major Release Version, allerdings gibt es leider keine Demo oder eine Testmöglichkeit. Fever unterstützt keine MultiUser, meine Anforderung ließe sich aber eventuell mit Ordnern lösen. Eine eigene Android-App gibt es nicht, allerdings wurde bei meiner Recherche immer wieder Meltdown als bester Feedreader für Fever genannt. Als Besonderheit bewertet Fever die eigenen Feeds mit Gradangaben, um so die vermeintlich interessantesten hervorzuheben.

Fever gefiel mir auf den ersten Blick gut, bei näherem Hinschauen allerdings immer weniger. Die "Temperatur"-Bewertung der Feeds finde ich überflüssig, die fehlende MultiUser-Unterstützung für ein bezahltes Produkt ziemlich ärmlich. Mir hat sich das Gefühl aufgedrängt, dass Fever dem "Function follows Form"-Prinzip zumindest nicht abgeneigt ist, während die Features eher mager sind. Zusätzlich zeigt sich an diversen Stellen (iOS-App, OS-X App über Fluid.app), dass Fever eher was für Apple-Nutzer ist. Dass das Demovideo Quicktime nutzt, ist für mich ein klares Inkompetenzwarnsignal.

Pro:

Kontra:

Fazit: Werde ich nur testen, wenn der Rest sich als nicht  brauchbar erweist.

Owncloud RSS

2013-03-14-owncloud-rssDie Cloudsoftware Owncloud beinhaltet unter anderem auch eine RSS-Reader-App. Leider konnte ich relativ wenig über diese herausfinden, sie wird aber noch aktiv weiterentwickelt. Alle meine Pros und Kontras sind Vermutungen.

Pro:

Kontra:

Fazit: Da ich Owncloud sowieso schonmal ausprobieren wollte, wird dies damit einhergehen. Ich glaube allerdings nicht, dass diese Möglichkeit momentan meine Anforderungen abdeckt.

selfoss

2013-03-14-selfossselfoss wurde mir in den Kommentaren empfohlen. Im Endeffekt ist es ein webbasierter OpenSource RSS-Reader, der auch eine mobile Oberfläche bietet. So wie es aussieht, kann selfoss sehr einfach installiert werden und ist insgesamt ziemlich schlank. MultiUser-Unterstützung gibt es leider nicht, auch eine kompatible Android-App für Offline-Caching ist nicht in Sicht.
Pro:

Kontra:

Fazit: Selfoss gefällt mir prinzipiell gut. Wenn Tiny Tiny RSS und Owncloud sich als nicht brauchbar erweisen, werde ich wahrscheinlich hier weitermachen.

Rnews

2013-03-14-rnewsRnews ist eine leider inaktive OpenSource-Lösung. Die Entwicklung scheint seit Juli 2009 nicht mehr fortgeführt worden zu sein. Rnews unterstützt mehrere User, die Installation scheint mir auch auf einem normalen Webhosting problemlos möglich zu sein. Wie auch bei Lilina konnte ich keine kompatible Android-App finden.

Pro:

Kontra:

Fazit: Leider inaktiv, ansonsten sieht die Lösung grade noch akzeptabel aus. Werde ich testen, wenn Tiny Tiny RSS und Owncloud mir nicht zusagen.

Lilina

2013-03-14-lilinaLilina ist ein OpenSource-RSS-Reader, der ebenfalls nicht mehr weiterentwickelt wird. Die letzte Aktivität war vor etwa einem Jahr. Lilina ist einfach auf ein LAMP-System zu installieren, besonders hervorgehoben wird die einfache Bedienung. Die Software scheint sehr rudimentär zu sein, an MultiUser-Unterstützung oder gar eine Android-App ist nicht zu denken.

Pro:

Kontra:

Fazit: Inaktiv und nicht annährend meinen Anforderungen entsprechend. Werde ich nicht testen.

rsslounge

2013-03-14-rssloungeIn den Kommentaren wurde auf rsslounge hingewiesen. Dies ist ein OpenSource RSS-Reader. Das Projekt scheint mir seit 2009 inaktiv zu sein, ich vermute, dass der Autor sich dem weiter oben erwähnte selfoss gewidmet hat, das auch von ihm stammt und aktiv entwickelt wird.
Pro:

Kontra:

Fazit: Wie gesagt ist selfoss vom gleichen Autor. Dieses würde ich rsslounge dann auch vorziehen.

Gregarius

Gregarius wurde mir in den Kommentaren auf Caschys Blog empfohlen. Auch diese OpenSource-Software scheint inaktiv zu sein, seit Januar 2011 gab es kein Update mehr, die Projektwebseite, auf die die Sourceforge-Seite verweist, existiert nicht. MultiUser-Unterstützung und Android-App sind Wunschgedanken.

Pro:

Kontra:

Fazit: Wie auch bei Lilina: Inaktiv und nicht annährend meinen Anforderungen entsprechend. Werde ich nicht testen.

NewsBlur

2013-03-14-NewsBlurNewsBlur gibt es als eigenständigen Service und als OpenSource-Lösung. Allerdings erscheint mir das ganze Konstrukt mit einem Server-Client-Modell etwas zu "oversized" für meine Bedürfnisse und ich kann auch nicht so ganz durchblicken, wie es funktioniert. Das System braucht neben dem normalen LAMP-System noch einen Haufen anderer Software, etwa eine MongoDB und bringt dann viele Features mit, die ich überhaupt nicht benötige. Der Form halber führe ich es aber hier auf. Die NewsBlur Android-App ist leider nicht für selbst gehostete Systeme gedacht.

Pro:

Kontra:

Fazit: Sieht mir zu groß und mühsam für meine Bedürfnisse aus, werde ich wahrscheinlich nicht testen.

 

Ich hoffe, mit dieser Liste konnte ich ein paar frustrierten Google Reader Benutzern weiterhelfen, die die Sache nun in die eigene Hand nehmen wollen. Falls ihr Erfahrungsberichte zu den genannten Lösungen habt oder vielleicht sogar noch weitere Vorschläge, schreibt einfach einen Kommentar. :-)

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