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Spotify Erfahrungsbericht

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Nachdem Grooveshark in Deutschland nur noch über Umwege erreichbar ist, nutze ich den Streamingdienst Spotify. Da mir dieser sehr gut gefällt, will ich einen Erfahrungsbericht schreiben und sowohl Pros als auch Kontras aufzeigen.

Einstieg

Die Anmeldung bei Spotify ist unkompliziert. Mit Facebookkonto einloggen, den Client runterladen und los geht's. Allerdings haben wir hier auch schon den ersten und in meinen Augen größten Nachteil von Spotify. Denn ohne Facebook-Account läuft nichts, einen unabhängigen Spotify-Account kann man seit geraumer Zeit nicht mehr erstellen. Für Leute wie mich, die keinen Facebookkonto haben, wirklich ätzend. Da ich aber viel Gutes über Spotify gehört hatte und die Software ausprobieren wollte, habe ich mir eben einen Fake Account erstellt, der für sonst nichts gut ist. Update: Seit 13. Juni ist es in Deutschland auch möglich, einen Spotify Account ohne Facebookzwang zu erstellen.
Nächster Nachteil: Eine Weboberfläche wie etwa bei Grooveshark gibt es nicht, eine Software muss zwingend installiert werden. Dafür lobenswert: Neben den Versionen für Windows und MacOS gibt es auch eine Version für Linux, die zwar noch Beta ist, aber hervorragend funktioniert und im Gegensatz zu Skype for Linux auch ziemlich aktuell gehalten wird.

 

Apps

Einer der Riesenvorteile von Spotify sind die Apps. Damit kann man neue Musik entdecken und laut Werbung auch neue Leute kennenlernen. Da zweiteres aber wohl nur mit einem realen Facebookaccount funktioniert, kann ich darüber nichts berichten.

Sehr wohl kann ich aber über meine favorisierten Apps berichten. Anfangs habe ich viele gute neue Leider über die Moodagent-App gefunden, die eine Playlist auf Basis eines selbstbestimmten Lieds und einer Stimmung auswählt. Wenn ich meinen Kleinen beruhigen will oder sonstwie mit ihm spiele, singe ich ihm oft Lieder vor, deren Texte ich wie bei Karaoke mit Hilfe der TuneWiki-App eingeblendet bekomme und dann mitsingen kann.

Und wenn ich mal gar nicht mehr weiß, was ich hören will, höre ich eine der Chart Playlisten der We are Hunted-App.

Musik

Die Musik ist natürlich der wichtigste Aspekt. Mir geht es besonders um die Verfügbarkeit von Musik, die Relation von Musik zu Werbung beim kostenlosen Angebot und die Chance, neue Musik zu entdecken.

Ich gebe zu, dass ich bei der Verfügbarkeit der Musik nur begrenzt urteilen kann, da ich kein großer Kenner von Bandnamen oder Liedern bin. Nahezu alle Lieder, die ich aus meiner Grooveshark-Playlist via Playlistify.org konvertiert hatte wurden gefunden. Bei Liedersuchen konnte ich bisher fast jedes Lied finden, selbst ein mir unbekannten Künstler für Kinderlieder, den meine Frau nannte war mit Alben bis ins Jahr 1987 vertreten. Die einzige Band die mir bisher als fehlend aufgefallen ist, ist Rammstein. Das finde ich zwar schade, aber verkraftbar.

Die Relation von Werbung zu Musik finde ich persönlich sehr gelungen. Die Werbung kommt so etwa alle drei bis fünf Lieder und dauert etwa zwanzig bis dreißig Sekunden. Das finde ich für das, was mir geboten wird absolut verkraftbar. Mir würde es zwar noch sehr gut gefallen, wenn man pro Tag eine bestimmte Zeit werbefrei hätte, beispielsweise eine Stunde, aber auch so bin ich absolut zufrieden. Im Client selbst ist die Werbung größtenteils unaufdringlich und hat mich persönlich nie gestört, allerdings auch noch nie irgendwie angesprochen. Bei mir gibt es auf der rechten Seite dauerhaft "wird geladen"-Meldungen, an denen ich auch noch Werbung vermute, das kann ich aber nicht bestätigen, da diese Bereiche bei mir weder auf Windows noch auf Linux  geladen werden.
Neue Musik zu entdecken ist bei Spotify genial einfach. Neben den oben schon erwähnten Apps gibt es seit Kurzem auch die Möglichkeit aus den eigenen Playlisten ein Radio zu erstellen, also ähnliche Titel abzuspielen. Diese Funktion funktionier überragend gut. Während mir die Radiofunktion bei Grooveshark kaum interessante Lieder ausgespuckt hat, kann ich hier fast durchgehend neue Lieder entdecken. Meine Playlist ist seit dieser Funktion beträchtlich gewachsen und ich bin wirklich begeistert von den Radios und der Zuverlässigkeit mit der mir Lieder präsentiert werden, die mir auch wirklich gefallen.

Bezahlmodelle

Vergoldete HDMI KabelDer Nachteil aller Streamingplattformen ist die Tatsache, dass man die Lieder nicht frei verfügbar auf seinem Rechner hat. Zwar ist das Aufnehmen und Mitschneiden bei Spotify möglich, ob es allerdings legal ist, steht auf einem anderen Blatt und hängt wohl auch vom jeweiligen Land ab. Aber dafür gibt es die Bezahlvarianten von Spotify. Während die sogenannte Unlimited-Version, die 4,99€ pro Monat kostet relativ wenig zulässt, ist man mit der Premium-Version für 9,99€ im Monat mit allem bedient, was man haben will. Neben der Möglichkeit, Lieder offline zu speichern - leider in einem proprietären Format - ist auch eine Mobilapp mit drin. Die kann aber mit Stand heute leider keine Radios aus Playlisten erstellen, weswegen sie für mich recht wenig Nutzen hat. Da ich allerdings so gut wie nie unterwegs Musik höre und selbst wenn nicht mein Datenvolumen dafür verschwenden will, ist das für mich verkraftbar.

Zusätzlicher Bonus bei der Premium-Version:
Spotify-fähige Endgeräte wie AV-Receiver können mit diesem Tarif ebenfalls auf die Playlists zugreifen. Unser Onkyo TX-NR509 hat diese Funktion mit einem Update bekommen und es lief auch wirklich gut. Leider sind auch hier keine aus Playlisten erzeugten Radios möglich, weswegen es für mich uninteressant war. Andererseits höre ich sowieso fast ausschließlich über den PC Musik.

 

Fazit

Spotify gefällt mir sehr gut. Ich bin ein Mensch, der wenig mit Playlists arbeitet. Ich habe zwei Playlists, aus denen ich mir dann weitere Lieder per Radio generieren lasse. Das klappt bei Spotify hervorragend, zumindest mit dem Desktopclient.
Für die Unlimited Version höre ich zu wenig Radio, für die Premium Version ist mir die Funktionalität unseres Onkyo Receivers zu beschränkt. Aber die Free Variante von Spotify kann ich definitiv empfehlen und werde auch zukünftig Spotify nutzen. Grade nach dem Wegfall des Facebookzwangs in Deutschland, ist es auch problemlos möglich, sich bei Spotify testweise anzumelden, was ich sehr erfreulich finde.

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